Das Fachtagprogramm

Ankommen, auffangen, stärken – Krieg und Frieden in der Kita
01.06. - 30.06.2022

Die Kita-Onlinefachtage erstrecken sich über vier Wochen. Während der gesamten Laufzeit haben Sie Zugriff auf die aufgezeichneten Beiträge der Expert:innen. An zwei Terminen haben Sie außerdem die Möglichkeit, in Form von Live-Workshops mit den Expert:innen zu ihren Schwerpunkten in den Austausch zu treten.

Stand: 16.05.2022

Ankommen

mit

Prof. Dr. Marjan Alemzadeh und Prof. Dr. Timm Albers

Auffangen

mit

Dr. Udo Baer und 
Astrid Leska

Stärken

mit

Dr. Kathrin Mikan und Dr. Christiane Hofbauer

Live-Veranstaltungen

Live-Veranstaltungen fanden am 20.06. und 23.06.2022 statt.

Die Live-Veranstaltung beginnt mit kurzen Impulsen der Expert:innen zu ihren vorgestellten Themen. Nach diesen Impulsen werden die Fragen, die vorab durch die Fachtag-Teilnehmer:innen eingereicht wurden an die Expert:innen gestellt.

Im Anschluss können die Teilnehmer:innen in einzelnen „Break-Out“-Räumen mit den Expert:innen in den direkten Austausch treten, Fragen stellen und gemeinsam mit den weiteren Teilnehmer:innen zu den einzelnen Themen Erfahrungen austauschen.

Ankommen

Partizipatorische Eingewöhnung – Das Ankommen erleichtern

Prof. Dr. Marjan Alemzadeh entwickelte das Partizipatorische Eingewöhnungsmodell, weil sie allen Kindern einen sanften, gut begleiteten und traumafreien Übergang von der familiären Betreuung in Krippe, Kita oder in die Tagespflege ermöglichen möchte. Zentral ist hier das Recht des Kindes auf Gehör. Wie können Fachkräfte auf Signale der Kinder und Eltern feinfühlig reagieren? Welche große Rolle die pädagogische Haltung dabei spielt und wieso die Auseinandersetzung mit der bisherigen Geschichte der Familien, sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie dazu gehört, erfahren Sie in diesem Beitrag.

In der Live Einheit am 20.6. werden wir uns unter anderem damit beschäftigen, warum die Eingewöhnung von Flüchtlingsfamilien besonders sanft begleitet werden sollte. Wie können wir ihnen das Ankommen erleichtern? Unsere Referentin wird sich viel Zeit für Ihre Fragen nehmen.

Einfach ankommen? Angebote der frühen Bildung im Kontext von Flucht und Migration

Timm Albers Porträt

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind sehr viele Menschen in die umliegenden Länder geflüchtet, darunter vor allem Frauen und Kinder, die besonderen Schutz und Unterstützung benötigen.

Für die Kinder selbst sind Angebote der Kindertagesbetreuung eine große Chance für ihre Bildung, Entwicklung und Sozialisation, für deren Familien stellen die Angebote eine Brücke zur Gesellschaft dar. Auf der anderen Seite führt jedoch die aktuelle Situation auch zu einer wachsenden Anzahl von Kindern, die mit Unsicherheiten, Belastungen und schwierigen Lebensbedingungen konfrontiert wurden.

Im Beitrag sollen zunächst die Erfahrungen in der Unterstützung von Kindern und Familien mit Fluchterfahrung zusammengeführt werden, um Strategien für die aktuelle Situation des Systems der Kindertagesbetreuung zu entwickeln. Bereits bestehendes Praxis- und Qualifizierungsmaterial soll vor dem Hintergrund etablierter Konzepte (vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung, Inklusive Pädagogik) diskutiert werden, um Perspektiven für ein vielfaltssensibles Handeln in der frühen Bildung aufzuzeigen.

Auffangen

Wenn Angst und Druck verunsichern – wie auffangen?

Wenn Kinder Angst verspüren, die eigene oder die der Eltern – wie können wir sie auffangen? Wenn sie verunsichert sind, durch Ereignisse wie Krieg oder Trennungen oder durch Atmosphären des Drucks oder der Traurigkeit – wie können wir ihnen Stabilität und Halt geben? Udo Baer vermittelt Erfahrungen und Hinweise für den Kita-Alltag.

Kleine Veränderung – große Wirkung! – Die Kräfte des inneren und äußeren Netzwerks aktivieren

Die Belastungen steigen mehr und mehr – bei den Kindern, den Familien aber auch bei Ihnen, den Pädagog:innen vor Ort in den Kitas. Es ist wichtig, vorhandene Kräfte und Ressourcen zu aktivieren und hierüber Resilienzen nachhaltig zu stärken. Welche Netzwerke stehen mir zur Verfügung, über welche Möglichkeiten können wir direkt bzw. auch in Zukunft verfügen – Ich lade Sie ein, auf Ihre eigenen Chancen zu schauen und an einem stabilen Fundament zu bauen – für gelingende Elementarpädagogik.

Stärken

Frieden fängt in uns an – Umgang mit Gefühlen in der Kita stärken

Kinder, die Gefühle bei sich und anderen erkennen und benennen sowie die eigenen Gefühle lenken können, sind psychisch gesünder sowie im Leben insgesamt erfolgreicher und glücklicher. Wenn eigene Gefühle, wie Angst oder Wut erkannt und ausgedrückt werden können, ist dies der erste Schritt, um sie in Folge selbstständig lenken zu lernen. Dies sind wichtige emotionale Kompetenzen, die Kinder ein Leben lang begleiten und sie langfristig in ihrer Resilienz stärken.

In diesem Beitrag zeigt Dr. Kathrin Mikan anhand von praxisnahen Beispielen auf, wie Gefühle auch mit wenig Worten in der Kita zum Thema gemacht werden können. Sie demonstriert, wie Kinder mit Unterstützung der GEFÜHLEHELDEN spielerisch lernen, „schwere Beschützer-Gefühle“ wie z.B. Angst oder Wut, in „leichte Starkmacher-Gefühle“ wie Mut, Entspannung und Fröhlichkeit umzuwandeln.

Wie können wir den Kindern und Eltern das Ankommen in der Kita erleichtern? Kultursensible Zusammenarbeit mit Eltern & Kindern

Dr. Christiane Hofbauer Porträt

Kulturelle Hürden werden in Kitas häufig übersehen. Kinder kommen ggf. in eine Umgebung, die wenig mit ihren bisherigen Erfahrungen zu tun hat: Ein anderer Tagesrhythmus, andere Verhaltensweisen sowie Regeln und andere Spiele machen das Ankommen ggf. schwer – noch schwerer, wenn die gesamte Familie keine Erfahrungen mit der Umgebungskultur haben und so Vieles nicht einordnen können. Im Vortrag soll es darum gehen, wie wir unterschiedliche kulturelle Erfahrungen, Vorstellungen und Erwartungen von Kindern, Familien und Fachkräften einbeziehen und allen das Miteinander erleichtern können.